Humulus Lupulus 2011

Line-Up Humulus Lupulus 2011

Cora Frost

Cora Frost lebt und arbeitet seit 1993 in Berlin.

Von 1981-88 arbeitet Cora Frost als Tänzerin, Herrendarsteller, Performance-Künstlerin und Autorin. Während dieser Zeit bewegt sie sich zwischen Nightclubs und Nationaltheater, inszeniert eigenwillig-schräge Shows in Turnhallen und Nachtclubs und bringt in einer rauschhaften Welle von Tanz- und Improvisationsshow zusammen mit dem Regisseur Thomas Hermanns den Karaokegesang von N. Y. nach Deutschland (Thommy Garden´s sing along, featuring Ute Laune, 89).

Nachdem sie sich fast ausschließlich ihrer großen Liebe der Musik verschrieben hat, führen sie ihre Liederabende bundesweit auf Tournee und weltweit auf Gastspielreisen u. a. mit Chico Cesar nach Sao Paulo, ins Opernhaus von Manaus (Brasilien), nach Paris, Amsterdam, sowie mit Tim Fischer im Duette-Abend „Niemand liebt dich so wie ich” durch Syrien, Ägypten und Sudan, als Tänzerin durch Florida, nach Chicago und New York.

Sie schrieb Liedtexte für das Stadttheater Aachen, Georgette Dee, Tim Fischer, Sven Ratzke, „Ganz schöne Geräuschekulisse”, u. a..

Zurzeit arbeitet Cora Frost als Autorin, Performerin, Schauspielerin und Regisseurin.

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Ziehgäuner

„ZiehGäuner“, das sind Matthias Köckeis (Trompete, Gesang), Jakob Mayr (Posaune, Gesang), Benedikt Treimer (Gitarre, Gesang), Stefan Pfeiffer (Bass) und David Wöhrer (Schlagzeug).

Einmal abgesehen davon, dass der Ursprung von ZiehGäuner in einer Straßenmusikcombo liegt, die 2008 durch ganz Italien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Österreich unterwegs war, ist es vor allem das musikalische Reisen, das den Sound dieser zur Band gewachsenen Formation bestimmt. Immer wieder mischen sich fremde Klänge in vermeintlich vertraute und setzen auch diese dann wieder in einen neuen Kontext. Da groovt der Ska auch mal in alter Funk-Manier, und der Krimi-Soundtrack einer amerikanischen Vorabendserie heult durch osteuropäisch anmutende Balkanbeats. Der Vorteil der musikalisch Reisenden ist auf ihren Konzerten schnell erfasst: Wer nirgends zuhause ist, ist überall daheim. Denn Heimat ist da, wo dein Herz schlägt, und nirgends schlägt es so pulsierend wie in der Musik von ZiehGäuner.

Dass die Band aus dem Bayerischen Wald auch noch niederbayerisch singt, dient weniger einer lokalpatriotischen Positionierung in einer globalisierten Welt als bestenfalls dem Spaß an Klangspielen, die jener Dialekt ermöglicht. Geradezu für den Reggae erfunden erscheinen die Lautmalereien jener dialektgefärbten Texte, die trotz solcher Zugewinne am Ende doch nur ein Ausdrucksmittel sind von jemanden, der reflexiv so spricht, weil er mit dieser Sprache aufgewachsen ist. Mag die österreichisch-bayerische Formation nämlich musikalisch noch so weit herumkommen, ihre Herkunft verleugnet sie nie. Und diese nicht nur zur Schau gestellte Ehrlichkeit macht auch den Charme einer Band aus, die zudem gekonnt sämtliche Register einer Show zu ziehen weiß, mit Tanzeinlagen unterhält und mit entsprechenden Accessoires auch optisch in eine andere Welt entführt.

Das alles ist selbstredend von keinem Tonträger der Welt zu ersetzen, wohl aber vermag das Debütalbum der Ziehgäuner nun einen Einblick in ihre Welt gestatten: Das dann aber wieder – typisch Ziehgäuner – weit ausschweifend und doch fokussiert, allumfassend und doch auf den Punkt gebracht ist. „Negl mit Kepf“ eben! (Dirk Wagner)

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Wild Evel and the Trashbones

Being a savage kid lost in an era of uninspiring music the Staggers' frontman, Wild Evel, teamed up in 2008 with part of former teenbeaters the Roadrunners and a fuzzface to form a supergroup, providing serious garage punk at it's best! Take some of Billy Childish's trashy guitar solos, some of the Miracle Workers' & The Stomachmouths catching melodies, add the "three-finger organ", invisible monsters and cavemen and you know what these guys are up to!

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Nachlader

Irgendwo im hedonistischen Moloch der Hauptstadt, die so langsam aus dem Rausch des so treffend als "Nuller-Jahre" bezeichneten Jahrzehnts erwacht, ist der Berliner Musiker Daniel Baumann angesiedelt, und reibt sich mit seinem 2010 erschienen Album "Koma Baby Lebt!" selbst die Augen.

Es wird hemmungslos im Elektroclash, im Rock, im HipHop gewütet. 2010 ist Rock’n’Roll nämlich genau hier angekommen: Abgehfaktor der 70er, Instrumentfamilien der 80er, Ausgehattitude der 90er, Sophistication der 00er. Und die Texte? Das sind echte Parolen der 10er Jahre, wie der Berliner mit der bereits erschienen Single „Soll/Haben“ einmal mehr unter Beweis stellen konnte: „Warum muss ich immer Soll haben, obwohl ich Haben haben soll?“. Mit seinem pointierten Witz fern aller trendbewussten Lauheiten schuf er damit beinahe beiläufig den Tanzsong zum weltweiten Finanzcrash, den Slogan zur Krise.

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The Gauwailers: Liebe statt Zorn

Hätten wir keine Volkshelden, dann hätten wir nur den Strauß. Wenn man nach der Bild-Zeitung gehen würde, dann wären die anderen ausschließlich Verbrecher. Aber letztendlich ist das alles völlig egal. Politik, Polizei oder Staatsgewalt. In Bayern konnte man dagegen immer schon anhalten – in Hinterzimmern, in Wirtshäusern oder auf Bühnen. In Amerika wurden daraus Helden – bei uns wilde Hunde, Dreckschweine und Verräter.

Die Form des Protestes war in Bayern schon immer relativ klar. Bei uns geht man kaum auf die Straße, wirft selten Pflastersteine, zündet keine Autos an. Der Protest im bayerischen Liedgut ist vermutlich deshalb auch größer als sonst wo. Ein Roider Jackl aus Freising gab den Politiker seiner Zeit die Namen, die sie verdienten. Der Kraudn Sepp galt zwar als unpolitischer – aber seine Konzerte, die man damals ja nicht so nannte, hätten nicht revolutionärer sein können. Der bayerische Liedermacher im weiteren Sinn gilt sowieso als Volksverhetzer, Revolverbesitzer und Wilderer der Gesellschaft.

In Bayern bayerische Musik zu machen ist und bleibt ein undankbares Geschäft. Natürlich mag es Ausnahmen geben. Die Ausnahmen sind nicht unbedingt Ausnahmekünstler, sondern nur oftmals Vertreter der breiten Publikumsmasse. Weit entfernt von einem Vorführen der bayerischer Sprache für den Rest der Welt ist man dann ja nicht mehr. Der Roider Jackl nannte solche Leute immer schon Krampfsepperl.

Aber natürlich gibt es nach wie vor Johnny Cash Gestalten, die aus dem Nichts kommen und plötzlich hier unter uns sind. Der Hans Söllner war und ist sicher einer von ihnen. Kein Vorzeige-Bayer mit Lederhosen und Trachtlerschein in der Hosentasche. Einer, der auf die Oberen scheißt und es auch noch zugibt. Einer, der weit davon entfernt ist, die Großkopferten nur zu derblecken. Ohne weiteres würde man einem Söllner zutrauen, dass er dem Beckstein eine Watsche herunterhaut.

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Dirty Honkers

Dirty Honkers rocks the Berlin techno scene with a big swing jive served with sexy vocals and juicy raps.

This last year saw the release of their first full legth album Banzai Lab (Fr.) and featured single “Gingerbread Man” on “Electro Swing vol.III” (Wagram Music) and “The Electro Swing Revolution” (Lola’s World).

Their music although very important to the electro swing movement  flirts with pop culture and strives to create music for the new dance generation.   Step in the ring with the Dirty Honkers and be prepared to be knocked out by their homade joysticks, game controllers, sax attack and high voltage show.

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Damenkapelle

Vision statt Technik ist das Credo der Damenkapelle oder einfacher ausgedrückt: „Wir machen halt einfach und scheißen uns nix.“ Mit dieser Devise sind die sieben Musikerinnen, die auf Pseudonyme wie Spandex, Eat It, Sandrama, Peitschenfrau, St. Anger, Fräulein Milano, Antenne Danger und Sekretärin Fräulein Jablonski hören, schon in den Münchner Kammerspielen, im Hamburger Pudel Club, im Berliner Kaffee Burger aber auch schon im Altersheim aufgetreten und begeisterten ihr Publikum mit unverhohlenem Dilletantismus, furiosen Outfits und dreckigen Rock 'n' Roll.

Zur Zeit nimmt die Band ihr erstes Album in den Münchner Echokammerstudios auf. Wenn man sich mit Zuschauern dieser Kapelle unterhält bekommt man mitunter recht skurrile Gernebezeichungen aufgedrückt, hängengeblieben ist bei uns diese: "motopsychovixensmondoblacksnakemusiktollehexencountrypunkelektrorocken'rollmarschpolkaglamourösgranate".

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Schnudiesounds

Die Beschreibung alter, dunkler Keller reicht von ekelhaft bis überaus amüsant. Neben antiquierten Resopalmoöbellagern, die bereits zu Ihrer Zeit keine Zeitzeugen des Geschmack's darstellten und dem Joguhrt verschmierten Jean-Claude Van Damme Poster residiert dort auch das einfache Kellerkind. Ausgerütstet mit Botempi, Vierspurmaschine und Schlagwerk entflieht es elterlicher Authorität in das eigene Reich in der Annahme, dass Sonnenstrahlen ein Konstrukt aus Lochblech und schnöder Helligkeit sei. Von der verzerrten Sicht der Welt gepraägt, ist es nur allzu verständlich, dass populäre Strömungen á la Van Damme eine untergeordnete Rolle einnehmen und dieser den Helden von Hendrix bis Slayer weichen muss.
Das Kellerkind ernährt sich von Inhalten anderer Keller. Vor allem altehrwürdige elektronische Klangerzeuger, die von ihren Besitzern mit Ignoranz und Verbannung bestraft werden, stehen auf seinem Speißeplan. Für jedes Untergeschoss kommt der Tag, an welchem Van Damme und Resopal ins Jenseits und der Sprössling auf die Bretter, die die Welt bedeuten, verbannt wird.

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ATM

Ass To Mouth“ bzw. „Aus Tunzenberg Musik“ oder einfach kurz ATM klingen, wie eine von Mittdreißigern gegründete Newcomerband klingen muss: rau, direkt und kompromisslos. Hier werden keine Gefangenen gemacht. Ohne Schnörkel schweißt diese, durch Punk Rock, 80er Jahre Metall und Grunge sozialisierte 3-Mann Armee funkensprühende Klangtorpedos zusammen, die krachen als wäre Lemmy Kilmister bei Kyuss eingestiegen. Ein ums andere Mal explodieren druckvolle Schallwände, die die erdige Urwüchsigkeit der niederbayrischen Steppe in sich tragen und selbst John Rambo die Luft rauben würden.

Hypnotische Basslines, erbarmungslose Schlagzeuggewitter und eine Stimme die sich wahlweise mit der rohen Gewalt einer rostigen Kreissäge in die Gehörgänge fräst oder verschmitzt-charmant bezirzt als erklängen diabolische Schalmeien. Nicht zuletzt aufgrund dieser Wandelbarkeit verkommen die Songs nie zu stumpf-martialischem Gebolze, sondern erfahren immer wieder ungeahnte Wendungen durch nonchalant eingestreute Funk Elemente und werden gebrochen durch Texte voll ehrlicher, männlicher Emotionalität.

In englisch und deutsch wird dabei die gesamte Bandbreite zwischen tiefer Verzweiflung und ausschweifender Sexualität (in ihrem Hit „Leck mir den Damm“) abgearbeitet, ohne je in Plattitüden oder Infantilität abzudriften. Grundsympathisch, aufrichtig und mit einer gehörigen Portion Schalk im Nacken wird hier ein rezentes Gebräu serviert, dass schmeckt, wie der Schweiß von Klaus Augenthaler in seinen besten Jahren und von der Band selbst als „Desert Castle Rock“ bezeichnet wird. Dem Kaiser, so viel ist sicher, würds gefallen. Und wer will schon dem Kaiser widersprechen?

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