Mrs. Zwirbel

„Die zweite Platte ist auf dem Markt und wurde im kochenden, vollgestopften Milla präsentiert… Man fühlt sich wohl, wenn hier, zu einer Art Stüberl umfunktioniert, wirtshauserprobte Volksmusik dargeboten wird… Die Band wird vom sardinenbüchsenartig überfüllten Club mit Jubel empfangen… Zu Beginn kreisen Zwirbeldirn die Thematik ein: „Woid, Alm, Wuid, Dirndl, Jaga, Bixn, Schiaßn.. mit diesen Begriffen ist etwa 80% unseres Kanons inhaltlich abgedeckt.“… Das Repertoire ist mit dadaistischen Texten durchsetzt, die in ausgereiftem Dreigesang mal sanft, mal grob daherkommen… Tanzbar Wildes mit teilweise zur Einsilbigkeit neigenden Texten wie: „He Dianei!“ Es wird geliebt und gelitten. Da zetern die Geigen, da schluchzt die Bratsche melancholisch vor sich hin.

Die zuvor exaltierten Jodler münden in zartere Timbres… Lange hält die Trauer allerdings nicht an und weicht einem Lob auf bayrische Trink- und Esskultur… Der Dreigesang ist zu hoher Präzision gereift. Die drei Damen entfalten ihre Stimmen in Sopran, Mezzo und Alt auf dem Bass-Fundament Ackermanns, der streichend, slappend, Pizzicato zupfend und schweigend alle Entgleisungen auffängt und hin und wieder versonnen lächelt…“

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Hans Lauer
Florian Stielow