Die Zeitzeugen

Ich singe, weil ich ein Lied hab – und nicht, weil es Euch gefällt (Konstatin Wecker)

Die Zeitzeugen sind eine ganz normale Band aus dem Bayerischen Oberland: absolut ungewöhnlich. Formiert haben sich die Zeitzeugen bereits 2003 in Murnau – einfach, um gemeinsam Musik zu machen, um an den eigenen Unzulänglichkeiten zu wachsen, um miteinander zu reden und Begegnungen zwischen Menschen herauszufordern. Die Zeitzeugen haben sich immer gefreut, wenn Sie bei ihren Konzerten in der Region gut ankamen und ihr Publikum begeistern konnten. Aber der Grund für ihr Musikmachen war es nicht. Und schon gar kein Grund, in irgendeiner Richtung weiterzumachen, bloß weil sie erfolgversprechend schien.

Genauso wichtig wie der Spaß an der Musik war der Band immer auch das Gefühl von Freiheit, die Sehnsucht nach einem friedlichen Miteinander. Ihr Lebensgefühl ist das Fundament, das die Gruppe trägt – und das ist beweglich wie eine Wanderdüne. „Musikalisch sind wir offen für alles“, sagt Sänger Frank Vogler, der seit Jahren die Texte der Band schreibt. Das heißt aber noch lange nicht, dass die fünf Musiker auch alles machen. Vor allem wollen sie nichts nachmachen – und schreiben alle Lieder selbst.

Was die Zeitzeugen bieten ist zunächst einmal abwechslungsreiche Rockmusik mit deutschen Texten. Eine Spur Liedermacher ist sicher auch dabei. Seit Jahren kultivieren sie einen eigenen Murnauer Garagensound, der bei Ihren Fans Begeisterung auslöst. Aber auch der intensive Mix aus Sprechen und Singen, Frank Voglers druckvolle Art die Texte zu präsentieren, sind zum Erkennungsmerkmal der Zeitzeugen geworden. Gut wollen sie sein – aber doch nicht alle Ecken und Kanten abschleifen. Ihre Songs kommen manchmal leicht und voll Lebensfreude daher, manchmal laut, wie ein Protestsong und auch mal funky und jazzig angehaucht. Julian Merker, der von Anfang an dabei war, bringt mit Saxophon und Querflöte eine eigene Farbe in die Musik, sorgt für tragende Melodien und Stimmungen.

Die Besetzung der Zeitzeugen hat sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert, denn irgendwie gehört Veränderung bei dieser Band zum Konzept. „Wir sind die Zeitzeugen, weil wir hier und heute, versuchen das auszudrücken, was uns bewegt“, so Frank Vogler. Die Texte zu ihren Songs fallen ihm oft schon im Probenraum ein, und sie stehen meistens für das Gefühl aller Bandmitglieder. Es sind Texte die, selbst wenn sie durch die Hintertür kommen, immer ganz direkt sind. Vogler, der aus Thüringen stammt, liebt es, vertraute Hüllen und Worthülsen aufzubrechen. Immer wieder drückt er in den Liedern die Sehnsucht nach Veränderung aus, den Wunsch nach Freiheit und Frieden, die Absurdität des Alltags, die Schwierigkeiten und die Zweifel einer Beziehung zwischen Menschen.